Das Dorf Afīn im Landkreis Zīr Kūh in Süd-Khorasan ist besonders für seine Berberitzenhaine bekannt, die einen wichtigen Teil der lokalen Wirtschaft ausmachen. Doch die Thematik von Afīn beschränkt sich nicht nur auf die Berberitzenproduktion. Die zentrale Frage ist, wie viel Wert dieses Produkt im Dorf bleibt und welchen Anteil die Menschen in Afīn an dem Reichtum haben, der in der Produktions-, Verarbeitungs- und Verkaufs-kette der Berberitze entsteht.
Notwendigkeit der Verbindung von Produktion und Markt
Tarāneh Yaldā betont in diesem Zusammenhang, dass Bildung nur dann wirksam ist, wenn sie mit echter und kontinuierlicher Arbeit verbunden ist. Sie verweist auf erfolgreiche Erfahrungen in Indien und Pakistan, wo Produzentinnen neben Designerinnen und Trainerinnen standen, um lokale Produkte vollständig zu gestalten, vorzustellen und auf den Markt zu bringen. Ihrer Meinung nach benötigt auch Afīn eine solche Verbindung. Eine bloße Steigerung der Produktion erhöht nicht automatisch das Einkommen der Menschen, und wesentliche Teile des Produktwerts entstehen in der Verarbeitung, Verpackung, Gestaltung und Vermarktung.
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Produktionsmodell ohne Fabrik
Amir Hossein Dehbāshī ist der Ansicht, dass Afīn nicht als ein Dorf ohne wirtschaftliche Kapazität betrachtet werden sollte. Er glaubt, dass während der Erntezeit Arbeitskräfte angezogen werden und die Berberitze nach wie vor eine wichtige Grundlage der lokalen Wirtschaft ist. Das Hauptproblem ist jedoch die Position der Produzenten in der Wertschöpfungskette. Er verweist auf das Modell „Produktion ohne Fabrik“, bei dem es nicht notwendig ist, eine große Fabrik zu errichten, und man eine lokale Genossenschaft zur Vermarktung von Produkten mit der Identität von Afīn gründen kann.
Berberitze kann sich von einem Rohverkauf entfernen und als Marmelade, Lavashak, Berberitzensaft und andere Produkte unter dem Namen Afīn angeboten werden. In diesem Zusammenhang hat die Erzählung des Produkts eine große Bedeutung; der Käufer muss wissen, woher dieses Produkt stammt und welche Beziehung es zum Leben der Menschen im Dorf hat.
Industrielle Cluster im ländlichen Raum
Mohammad Karim Āsāyesh verbindet diese Diskussion mit „industriellen Clustern im ländlichen Raum“ und betont, dass die Wirtschaft von Afīn nicht nur von Berberitze abhängig bleiben sollte. Dürre ist eines der ernsthaften Probleme der Region, und deshalb können Tourismus, Handwerk und andere lokale Geschäfte neben der Landwirtschaft stehen. Er ist auch der Meinung, dass die Frage, ob die Jugendlichen bleiben oder gehen, nicht nur mit Arbeit zu tun hat; der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sozialen Dienstleistungen und Lebensbedingungen sind ebenfalls entscheidende Faktoren für diese Entscheidung.
Āsāyesh fügt hinzu, dass Entwicklung nicht nur im Rahmen eines Dorfes betrachtet werden sollte, und die Planung auf der Ebene eines ländlichen Systems viele Mängel in der Dienstleistungs- und Wirtschaftsinfrastruktur ausgleichen kann.
Zukünftige Herausforderungen und Lösungen
Leila Kafāshzādeh betont die Untersuchung erfolgreicher Beispiele und ist der Meinung, dass die Erfahrung von Afīn auch für andere Dörfer nützlich sein kann, vorausgesetzt, die Arbeitsmethoden und Entscheidungsprozesse werden dokumentiert und analysiert. Dehbāshī spricht auch über räumliche Veränderungen im Dorf und deren Auswirkungen auf die soziale und kulturelle Struktur von Afīn und betont, dass jedes Programm mit der sozialen Struktur in Einklang stehen muss.
Wasser ist ebenfalls ein entscheidender Faktor für die Zukunft von Afīn, und die durch Dürre bedingten Einschränkungen zeigen, dass die Zukunft des Dorfes nicht nur auf landwirtschaftlicher Entwicklung basieren kann. Tarāneh Yaldā erklärt, dass die Erfahrung von Afīn in anderen Teilen von Süd-Khorasan und im Osten des Landes Beachtung finden sollte, damit jede Region einen größeren Anteil am Wert ihrer Produkte behalten kann.
Schließlich ist Afīn nicht nur ein Dorf, das Berberitze produziert, oder ein Touristenziel; die zentrale Frage ist, wie lokale Produktion in ein nachhaltiges Einkommen für die Einheimischen umgewandelt werden kann. Dies erfordert eine Verbindung zwischen verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Sektoren, damit die Menschen in Afīn nicht nur als Produzenten von Rohstoffen wahrgenommen werden und ein größerer Anteil des Wertes wirtschaftlicher Aktivitäten im Dorf verbleibt.
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