Das Gewissen ist die Fähigkeit des Menschen, sein eigenes Verhalten moralisch zu bewerten und Verantwortung für dessen Richtigkeit oder Falschheit zu empfinden. Ein gesundes Gewissen soll den Menschen nicht ständig beschuldigen; vielmehr sollte es ihm helfen, seine Fehler zu erkennen, Verantwortung dafür zu übernehmen und, wenn möglich, Wiedergutmachung zu leisten.
Definition des Gewissens
In der einfachsten Definition ist das Gewissen die Fähigkeit des Menschen, sein eigenes Verhalten und seine Entscheidungen moralisch zu bewerten. Wenn eine Person das Gefühl hat, dass etwas richtig oder falsch ist, und nach ihrem Verhalten Zufriedenheit, Unbehagen, Schuld oder Reue empfindet, wird oft ein Teil dieser Erfahrung dem Gewissen zugeschrieben.
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Entwicklung des Gewissens
Eine der wichtigen Fragen ist, ob das Gewissen von Anfang an vollständig im Menschen vorhanden ist oder ob es sich allmählich entwickelt. Viele Psychologen und Philosophen sind der Ansicht, dass das Gewissen während des Wachstums des Menschen unter dem Einfluss verschiedener Faktoren geformt wird. Familie, Kultur, Bildung, persönliche Erfahrungen und soziale Beziehungen spielen eine Rolle bei der Entwicklung moralischer Standards.
Ein Kind, das von seinen Eltern hört, dass es anderen keinen Schaden zufügen soll, wird sich im Erwachsenenalter nach denselben Maßstäben bewerten. Daher ist ein Teil dessen, was wir „Gewissen“ nennen, das Ergebnis der Internalisierung von Werten und moralischen Regeln.
Unterschied zwischen Gewissen und Angst
Manchmal resultiert ein Verhalten, das wir als moralisch betrachten, tatsächlich aus der Angst vor den Konsequenzen. Eine Person, die nicht betrügt, könnte dies aus Angst vor Bestrafung tun. Wenn jedoch eine Person das Gefühl hat, dass Betrug falsch ist, dann ist ihr Gewissen und ihr inneres moralisches Urteil aktiviert.
Gesundes Gewissen und seine Merkmale
Ein gesundes Gewissen bedeutet nicht, dass der Mensch niemals Fehler macht. Vielmehr sollte es der Person helfen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und ein Gleichgewicht zwischen persönlichen Wünschen und den Rechten anderer zu finden. Ständige und starke Schuldgefühle können dazu führen, dass eine Person anstatt ihr Verhalten zu korrigieren, in einen Kreislauf der Selbstbeschuldigung gerät.
Schließlich stehen Gewissen und Schuldgefühl in Beziehung zueinander, sind jedoch nicht identisch. Das Gewissen bezieht sich auf die Fähigkeit, das Verhalten moralisch zu bewerten, während das Schuldgefühl ein emotionaler Zustand ist, der nach der Erkennung eines falschen Verhaltens entstehen kann.
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