Insekten und Entscheidungsfindung: 5 Lektionen aus kleinen Gehirnen
Analyse

Insekten und Entscheidungsfindung: 5 Lektionen aus kleinen Gehirnen

منبع تصویر: asriran.com

Von 3 Min. Lesezeit 63,819

Insekten haben eine andere Situation. Das Gehirn einiger von ihnen ist so klein wie ein Samenkorn, aber dieses einfache Nervensystem kann komplexe Entscheidungen treffen. Die Problemlösungsstrategien einiger Insekten sind so effizient, dass Forscher sie zur Gestaltung von Entscheidungsfindungs- und Optimierungsalgorithmen in realen Problemen, von Transport bis Netzwerkmanagement, inspiriert haben.

Ameisen und die Suche nach dem besten Weg

Den besten Weg zu finden, um eine Aufgabe zu erledigen, ist nicht immer einfach; insbesondere wenn viele Optionen zur Verfügung stehen. Psychologen nennen diese Situation "Entscheidungsüberlastung"; wenn die Vielzahl der Optionen anstatt zu helfen, die Entscheidungsfindung erschwert. Auch Ameisen stehen vor einem ähnlichen Problem, wenn sie den besten Ort für die Nahrungsaufnahme wählen, aber viele Arten haben eine einfache und sehr effiziente Lösung dafür entwickelt.

Zunächst verlassen einige Ameisen den Bau und suchen fast zufällig auf verschiedenen Wegen nach Nahrung. Während sie sich bewegen und zurückkehren, hinterlassen sie eine schwache Spur von chemischen Substanzen, die als "Pheromone" bekannt sind, auf dem Boden. Andere Ameisen können dieser Spur folgen, aber Pheromone verdampfen allmählich, und normalerweise werden die Wege mit einem stärkeren Geruch mehr beachtet. Eine Ameise, die auf einem kürzeren und effizienteren Weg zur Nahrung gelangt, kehrt schneller zum Bau zurück.

Demokratie der Honigbienen

Honigbienen verwenden bei der Auswahl eines neuen Standorts für den Bau eines Bienenstocks eine Methode, die der optimalen Suche der Ameisen sehr ähnlich ist. Einige Späherbienen verlassen den Stock und suchen verstreut nach geeigneten Optionen. Der Unterschied besteht darin, dass Bienen anstatt Pheromone zu hinterlassen, zum Stock zurückkehren und ihre Bewertungen direkt an andere weitergeben.

Das Kommunikationsmittel der Honigbienen ist der Schwänzeltanz. Eine Späherbiene überträgt Informationen über die Qualität des vorgeschlagenen Standorts durch regelmäßige Körperbewegungen; von der Sicherheit und Entfernung bis zur Größe des Raums und seiner Lage. Je geeigneter der Standort ist, desto länger und energischer wird der Tanz. Honigbienen: Eine gute kollektive Entscheidung entsteht, wenn die Optionen geprüft werden und die Unterstützung für eine Wahl einen bestimmten Schwellenwert erreicht.

Heuschrecken und die Kraft der Neutralität

Die Meinung von Menschen zu ändern, ist nicht einfach, insbesondere wenn eine Gruppe zwischen zwei völlig gegensätzlichen Optionen geteilt ist. In solchen Situationen verwandelt sich die Diskussion schnell in zwei Lager "dies oder das", und jede Seite beharrt mehr denn je auf ihrer Position. Aber eine neue Studie über Heuschrecken zeigt, dass es vielleicht einen einfachen Weg gibt, diese Pattsituation zu durchbrechen: eine Zeit lang keine Entscheidung zu treffen.

Christian Keith Yates, Professor für mathematische Biologie an der Universität Bath in Großbritannien, stellte in einem Experiment eine Gruppe von unreifen Heuschrecken in einem ringförmigen Bereich auf. Yates stellte fest, dass die Gruppe von Heuschrecken manchmal nach einer kurzen Pause plötzlich ihre Bewegungsrichtung ändert. Der entscheidende Punkt war diese Pause: In dem Moment, in dem mehr Heuschrecken aufhörten zu bewegen und praktisch eine neutrale Position einnahmen, konnte die Gruppe leichter von der vorherigen Entscheidung abweichen und sich in eine andere Richtung bewegen.

Dieses Verhalten könnte wichtige Lektionen für uns Menschen mit sich bringen. Besonders in Situationen, in denen wir zwischen verschiedenen Optionen verwirrt sind, kann manchmal eine Pause und Überprüfung uns helfen, aus einer Sackgasse herauszukommen.