Ali Bazm-Amoon, Soziologe, Psychoanalytiker und Architekt, untersucht in seiner Analyse den weißen Wal der Iraner und präsentiert ihn als Symbol für die Besessenheit nach schnellem und mühelosem Reichtum. Bazm-Amoon bezieht sich auf den Roman „Moby-Dick“ von Herman Melville und untersucht die sozialen und psychologischen Dimensionen dieser Besessenheit in der iranischen Gesellschaft.
Besessenheit und wirtschaftliche Ungleichheit
Der Traum vom Reichtum hat sich in der iranischen Gesellschaft zu einem krankhaften Phänomen entwickelt. Soziologische Studien zeigen, dass die wirtschaftliche Ungleichheit im Iran in den letzten zehn Jahren stark zugenommen hat und die Klassenunterschiede tiefer geworden sind. Offizielle Daten deuten auf einen Anstieg des Gini-Koeffizienten und den Anteil der obersten Einkommensschicht hin. Diese Situation bedeutet eine Anhäufung von Reichtum in den Händen einer Minderheit, die hauptsächlich von unproduktiven Aktivitäten und Rentenwirtschaft profitiert hat.
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Unter solchen Bedingungen wird soziale Anomie (Normlosigkeit) als eine ernsthafte Krise betrachtet. Studien zeigen, dass der Anomie-Index im Iran hoch ist und viele Menschen das Gefühl haben, dass sie auf ehrliche Weise kein Wohlstand und Erfolg erreichen können. Infolgedessen wächst der „Fetischismus des Geldes“ als eine der Dimensionen der Anomie in der Gesellschaft.
Soziale Abweichungen und die Verbindung zur Besessenheit nach Reichtum
Wenn der Traum von Wohlstand zur Besessenheit wird und akzeptable Mittel zu seiner Erreichung nicht verfügbar sind, wenden sich die Menschen „unakzeptablen Mitteln“ zu. Robert Merton, ein großer Soziologe, erklärt, dass wenn der Druck, ein Ziel (Reichtum) zu erreichen, hoch ist, aber die legalen Möglichkeiten gering sind, die Menschen dazu neigen, illegale Mittel zu verwenden.
Vielfältige Beweise in der iranischen Gesellschaft zeigen, wie dieser Traum zu Abweichungen anregt. Strukturelle Anomalien in der Verteilung von Chancen und das Abnehmen des Wertes produktiver Arbeit werden als Schlüsselfaktoren in diesem Bereich angesehen. Auch wirtschaftlicher Druck und das Gefühl, dass die legalen Wege zum Erfolg versperrt sind, treiben einige Menschen in riskantes oder illegales Verhalten.
Die tiefe Kluft zwischen dem Lebensstil wohlhabender Schichten und Millionen von Bürgern, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen, spiegelt die Verfolgung des weißen Wals im heutigen Iran wider. Bilder und Videos von den märchenhaften Luxusleben einiger Familien in sozialen Netzwerken sind zu einem Symbol für die Besessenheit geworden, die die Gesellschaft in Richtung sozialer Abweichungen drängt.
Bekämpfung der Besessenheit nach Reichtum
Aus psychoanalytischer Sicht ist das Verlangen nach dem „unerreichbaren Ding“ ein Spiegelbild von Mangel und existenzieller Leere. Eine Gesellschaft, in der die Wege zur Selbstachtung blockiert sind, neigt unbewusst zu einem verlorenen Objekt. Je mehr wir nach mühelosem Reichtum streben, desto mehr leiden wir unter einem Gefühl der Leere und Korruption.
Um dieser Besessenheit und den Ungleichheiten entgegenzuwirken, sollte auf die Rückkehr zu echten Werten, Transparenz und Verantwortlichkeit, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts sowie Bildung und Kulturförderung geachtet werden. Eine Gesellschaft, die in der Lage ist, ein Gleichgewicht zwischen ihren Idealen und den Realitäten der Zeit herzustellen, wird den Weg zur Erhebung und zum Fortschritt ebnen.
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