Abbas Araghchi, der Außenminister des Iran, reiste gestern nach China, um mit den Beamten dieses Landes über die Krise im Hormuskanal und deren Dimensionen zu sprechen. Der Hormuskanal, der als einer der wichtigsten Energieübergänge der Welt bekannt ist, hat sich nun zu einem Punkt entwickelt, an dem Energiesicherheit, Machtkonkurrenz und diplomatische Wege miteinander verknüpft sind.
Bedeutung von Araghchis Reise nach Peking
Araghchis Reise nach China erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Durchfahrt von Schiffen durch den Hormuskanal stark zurückgegangen ist und die Sorgen über Sicherheit und Stabilität in der Region zugenommen haben. Gestern zeigten Schifffahrtsdaten, dass nur vier Schiffe den Hormuskanal passiert haben, während der tägliche Durchschnitt in den letzten 10 Tagen bei 18 Schiffen lag. Dieser Rückgang des Verkehrs hat Chinas Aufmerksamkeit als größtem Käufer von iranischem Öl auf sich gezogen.
Mehr lesen: Blinken: Die Anrainerstaaten des Persischen Golfs suchen eine Einigung mit dem Iran
Chinas Position zur Krise im Hormus
Am Rande des BRICS-Gipfels erklärte Xi Jinping, der Präsident Chinas, dass sein Land bereit sei, zur Friedenssicherung und Stabilität im Persischen Golf beizutragen. Diese Position Chinas erhöht die Bedeutung von Araghchis Reise und zeigt Pekings Bereitschaft, eine Vermittlerrolle in dieser Krise zu übernehmen. Wang Yi, der Außenminister Chinas, forderte in einem Treffen mit Araghchi sowohl Iran als auch die USA zur Zurückhaltung und zur Wiederaufnahme der Gespräche auf der Grundlage des Islamabad-Abkommens auf.
Angesichts der Tatsache, dass gleichzeitig mit dieser Krise auch chinesische Reedereien Risiken ausgesetzt sind, hat China klar erklärt, dass die Wiedereröffnung des Hormuskanals für die Stabilität des Energietransports unerlässlich ist. Dies zeigt deutlich, dass die anhaltenden Einschränkungen im Schiffsverkehr im Hormus nicht nur den Iran oder die USA betreffen, sondern auch weitreichendere Auswirkungen auf den Energiemarkt und die großen Energie importierenden Volkswirtschaften haben.
China als große Vermittlungsmacht
Araghchis Reise nach China erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Oman, Katar und Pakistan ebenfalls versuchen, Dialogkanäle mit dem Iran und den westlichen Parteien zu schaffen. China ist jedoch als große Macht mit umfassenderen politischen und wirtschaftlichen Instrumenten in dieses Feld eingetreten. Als eines der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und mit starken wirtschaftlichen Beziehungen zu den arabischen Golfstaaten kann China als effektiver Vermittler auftreten.
Araghchis Reise nach Peking stellt eine ernsthafte Wende in der Diplomatie des Nahen Ostens dar und könnte zur Wiedereröffnung von Energiewegen und zur Verringerung der Spannungen in der Region führen. Angesichts der aktuellen Situation und Chinas Bemühungen, eine aktive Rolle in dieser Krise zu spielen, bleibt abzuwarten, ob diese Reise zu greifbaren Ergebnissen führen kann oder nicht.
Mehr lesen: Insekten und Entscheidungsfindung: 5 Lektionen von kleinen Gehirnen · Anweisung von Pezeshkian: Autofreier Tag und Homeoffice auf der Agenda der Regierung




