Mohammad Aghasi - Soziologe und Forscher der öffentlichen Meinung, hat das Phänomen des Vorwärtsschickens von Inhalten in sozialen Netzwerken untersucht und die Auswirkungen auf die kollektiven Emotionen analysiert. Er weist darauf hin, warum einige Menschen morgens oder zu besonderen Anlässen Nachrichten in diesen Netzwerken weiterleiten.
Vorwärts, mehr als nur die Übertragung von Inhalten
Aghasi erklärt, dass Nachrichten manchmal ohne Beachtung der ursprünglichen Quelle gesendet werden und manchmal eine Person nach dem Lesen eines Textes ihn an eine andere Person weiterleitet. Tatsächlich ist das Vorwärtsschicken nicht nur die Übertragung eines Inhalts, sondern zielt darauf ab, Empathie mit dem Empfänger zu empfinden. Emotionen wie Angst, Wut, Hoffnung, Freude und Misstrauen können leicht von einer Person zur anderen übertragen werden.
Die Macht der Plattformen bei der Übertragung von Emotionen
Die Plattformwelt hat die Geschwindigkeit der Migration von Emotionen erhöht. Die Emotion eines Individuums kann innerhalb weniger Minuten von einem privaten Gespräch in größere Gruppen übertragen werden. Diese Macht der Plattformen hat nicht nur die Möglichkeit der Übertragung von Nachrichten erhöht, sondern auch zur Vervielfältigung emotionaler Erfahrungen und deren Umwandlung in kollektive Emotionen beigetragen. Aghasi betont, dass Vorwärts nicht immer ein Zeichen des Glaubens ist und aus anderen Gründen wie Wut oder Besorgnis gesendet werden kann.
Er erklärt weiter, dass in der Plattformwelt Emotionen nicht nur durch Empathie übertragen werden, sondern auch Emotionen wie Spott und Besorgnis als Motor der Übertragung fungieren können. Daher ist Vorwärts mehr als eine Technologie und bildet einen Teil des sozialen Mechanismus zur Übertragung von Emotionen.
Anders gesagt, das Vorwärtsschicken von Nachrichten bedeutet nicht nur „Sieh dir das an“, sondern drückt auch gemeinsame Emotionen aus, und manchmal sagen wir zu anderen „Sieh dir das so an wie ich“ oder „Freu dich über das“. Schließlich kommt Aghasi zu dem Schluss, dass in der heutigen Welt Emotionen durch das Vorwärtsschicken gewissermaßen zu Migranten geworden sind und dieser Prozess den Weg der Migration von Emotionen in der zeitgenössischen Gesellschaft skizziert.
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