Die Besuche von Kindern in Behandlungseinrichtungen aufgrund psychischer Probleme sind von etwa 6 Fällen pro 100 Kindern im Jahr 2014 auf fast 10 Fälle im Jahr 2023 gestiegen. Dabei haben die Besuche im Zusammenhang mit Angst den größten Anstieg verzeichnet und sind im letzten Jahrzehnt um etwa 300 Prozent gewachsen. Diese besorgniserregenden Veränderungen zeigen den dringenden Bedarf an einer Überprüfung der Erziehungsansätze und der Unterstützung der psychischen Gesundheit von Kindern.
Ursachen von Angst bei Kindern
Angst bei Kindern ist nicht nur ein „einfaches Unbehagen“; sie ist eine Reaktion, die Körper und Geist auf Umweltstressoren zeigen. Die heutige Welt verändert sich mit sehr hoher Geschwindigkeit, und das Nervensystem von Kindern kann sich manchmal nicht mit diesem Ausmaß an Veränderungen anpassen. Eine der Hauptursachen für diese Angst ist unsere Sicht auf Erfolg. Heutzutage sehen sich Kinder schon in sehr jungen Jahren verschiedenen Tests und engen Wettbewerben gegenüber. Wenn ein Kind das Gefühl hat, dass seine Zuneigung und sein Wert in der Familie von den Noten abhängen, die es erhält, entwickelt es „Leistungsangst“.
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Einfluss der virtuellen Welt und der Familienstruktur
Soziale Netzwerke haben ein Fenster zu den gefilterten und perfekten Leben anderer geöffnet. Kinder und Jugendliche, die noch dabei sind, ihre Identität zu formen, vergleichen sich mit den glänzenden und falschen Bildern der virtuellen Welt. Diese Vergleiche können ein Gefühl von Mangel und Rückstand in ihnen hervorrufen. Außerdem füllen versteckte Belästigungen in der virtuellen Welt und der Zugang zu schlechten Nachrichten aus der ganzen Welt ihren sensiblen Geist mit Sorgen, die über ihr Alter und ihre Verarbeitungsfähigkeit hinausgehen.
Kinder nehmen wie Schwämme alle Emotionen ihrer Umgebung auf. Wenn Eltern aufgrund beruflicher Sorgen oder wirtschaftlicher Probleme gestresst sind, wird dieser Stress direkt auf das Kind übertragen. Die Abnahme der qualitativ hochwertigen Zeiten, in denen es keine Handys und Fernseher gibt, hat dazu geführt, dass die emotionale Bindung, die die Hauptquelle für die Sicherheit des Kindes ist, geschwächt wurde.
Praktische Lösungen zur Reduzierung von Angst
Glücklicherweise haben wir viel Macht, um diese Situation zu ändern. Einige kleine Veränderungen im Familienlebensstil können einen starken Schutzwall gegen Angst aufbauen:
- Schaffung eines sicheren Zufluchtsorts zu Hause: Das Zuhause sollte ein Ort sein, an dem das Kind nicht „perfekt sein“ muss. Verbringen Sie täglich mindestens 15 bis 20 Minuten ganz allein mit Ihrem Kind.
- Regulierung der biologischen Uhr des Körpers: Ausreichender Schlaf und gesunde Ernährung sind entscheidend für die Gesundheit des Gehirns. Versuchen Sie, digitale Geräte mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen außer Reichweite zu bringen.
- Vermittlung von Bewältigungsfähigkeiten: Bringen Sie dem Kind bei, wie es mit seinen Emotionen und Sorgen umgehen kann, und unterstützen Sie es dabei.
- Anpassung der Erwartungen: Anstatt zu fragen „Wie viel hast du erreicht?“, fragen Sie es „Was hast du heute Neues gelernt?“, um eine schwere Last von seinen Schultern zu nehmen.
Wenn die Angst des Kindes so weit fortgeschritten ist, dass sie sein tägliches Leben beeinträchtigt, ist es an der Zeit, einen Berater oder Kinderpsychologen zu konsultieren. Hilfe von einem Fachmann in Anspruch zu nehmen, bedeutet nicht Schwäche, sondern zeigt Ihre Intelligenz und Ihr Engagement für die Gesundheit der Zukunft Ihres Kindes.
Schließlich können informierte und unterstützende Eltern ihren Kindern helfen, mit den Ängsten der komplexen heutigen Welt umzugehen und zu resilienten und selbstbewussten Menschen zu werden.
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